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Deutschland steht vor Ausweitung des Pfandsystems für Einweg-Plastikflaschen

German.xinhuanet.com | 22-01-2021 17:00:10 | 新華網

BERLIN, 21. Januar (Xinhuanet) -- Die deutsche Bundesregierung hat die Ausweitung des Pflichtpfandsystems auf alle Getränkeflaschen aus Einwegplastik und auf Getränkedosen ab dem nächsten Jahr beschlossen, teilte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit.

Mit dem neuen Gesetz fielen laut BMU einige Ausnahmen für Getränke, die in Plastikflaschen und -dosen in Deutschland verkauft würden, weg. So mussten zum Beispiel kohlensäurehaltige Fruchtsäfte (Schorlen) schon bisher ein Pfand auf den Verkaufspreis aufschlagen, während stille Fruchtsäfte bisher davon ausgenommen waren.

Restaurants, Bistros und Cafés in Deutschland, die Speisen oder Getränke zum Mitnehmen verkaufen, wären laut BMU ab 2023 verpflichtet, ihre Produkte in Mehrwegverpackungen anzubieten. Das neue Gesetz bedarf noch der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat.

„Essen zum Mitnehmen gehört für immer mehr Menschen zum Alltag dazu. Die Kehrseite ist ein wachsender Müllberg in vielen Haushalten“, sagte Umweltministerin Svenja Schulze in einer Stellungnahme.

Zudem sollten neue Plastikflaschen nicht mehr aus Erdöl, sondern zunehmend aus altem, recyceltem Kunststoff hergestellt werden, so das Ministerium. Einweg-Getränkeflaschen aus PET (Polyethylenterephthalat) müssten ab 2025 zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen.

Die neue Regelung würde dem Land helfen, „Abfall zu vermeiden, Rohstoffe zu sparen und die Umwelt zu schützen“, so die Regierung.

Seit Anfang des Jahres gilt ein EU-weites Exportverbot für gemischte oder verunreinigte, schwer zu recycelnde Kunststoffabfälle. In Deutschland gälten seit 2019 verschärfte Regelungen, um das ordnungsgemäße Recycling von Kunststoffverpackungen zu kontrollieren, so die Bundesregierung.

Die Exporte von Kunststoffabfällen aus Deutschland nach China und Südostasien seien seit 2016 deutlich zurückgegangen: 2019 seien rund 2.600 Tonnen nach China exportiert worden, drei Jahre zuvor seien es noch 562.910 Tonnen gewesen, so die Regierung.

(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)

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