
Eine Besucherin posiert für Fotos mit einem humanoiden Roboter auf der Global Artificial Intelligence Machines and Electronics Expo 2025 in Macao in Südchina, 4. Dezember 2025. (Xinhua)
BEIJING, 2. Februar (Xinhua) -- In der Vergangenheit stützten sich ausländische Institutionen, die in China investierten, auf erfahrene „China-Experten“, die mit der Wirtschaftspolitik und den Marktdynamiken des Landes vertraut waren. Doch nun wendet sich die Branche neuen Lösungen zu.
Mehrere internationale Vermögensverwaltungsgesellschaften haben damit begonnen, Künstliche Intelligenz (KI) in ihre Anlageforschungsprozesse für den chinesischen Markt zu integrieren.
Bridgewater Associates, einer der weltweit größten Hedgefonds, schrieb beispielsweise kürzlich eine Stellenanzeige für einen „Chinese Policy AI Research Associate“ aus. Die Stelle mit Sitz in New York erfordert von den Bewerbern fließende Mandarin-Kenntnisse, ein ausgeprägtes Verständnis der chinesischen Regierungsstruktur und des KI-Ökosystems sowie Vertrautheit mit der Funktionsweise von KI und großen Sprachmodellen.
Das Jahresgehalt für die Stelle liegt bei 160.000 bis 225.000 US-Dollar.
Greg Jensen, Co-Chief Investment Officer des Unternehmens, sagte einmal, das Unternehmen habe das Potenzial, seine Einstellungsstrategie und die Zusammensetzung seiner Belegschaft zu ändern, um mehr Datenwissenschaftler einzustellen.
Über Stellenangebote hinaus hat Bridgewater in den letzten Jahren seine Bemühungen verstärkt, KI für Marktprognosen und Rentabilität zu nutzen. Im Jahr 2023 gründete das Unternehmen das Artificial Investment Associate Lab, um seinen gesamten Investitionsansatz auf maschinelle Lerntechniken umzustellen. Im folgenden Jahr legte es einen Fonds auf, der sich bei seinen Anlageentscheidungen hauptsächlich auf maschinelles Lernen stützt.
Bridgewater ist nicht das einzige Unternehmen mit KI-Ambitionen. Viele globale Institutionen wenden ebenfalls die Strategie „KI + Investitionen“ an, wenn sie im chinesischen Markt aktiv sind.
Der US-Vermögensverwalter BlackRock hat eine systematische aktive Aktienstrategie entwickelt, die alternative Daten und KI integriert.
Der Ansatz nutze KI auf zwei Arten, nämlich erstens zur Analyse von Texten aus Nachrichten, sozialen Medien und Forschungsberichten, um die Marktstimmung einzuschätzen und subtile Veränderungen in den Fundamentaldaten von Unternehmen zu identifizieren, und zweitens zur Neubewertung der Bedeutung dieser Hunderte von Hinweisen, damit Anlagestrategien schneller auf Marktveränderungen reagieren könnten, sagte Wang Xiaojing, Chief Investment Officer bei BlackRock, der für Aktien-, Multi-Asset- und quantitative Anlagen zuständig ist.
BlackRock hat bereits ein global skaliertes Modell entwickelt, das vollständig auf maschinellem Lernen basiert. Die Anwendung dieses Modells in Strategien für den chinesischen Markt sei jedoch nach wie vor begrenzt und befinde sich erst in einem frühen Stadium, sagte Wang in einem Interview mit der China Securities Journal, der Finanzzeitung von Xinhua.
Der Einsatz von KI für Makroanalysen ist laut Xuanyuan Investment mit Sitz in Guangzhou in der Branche nichts Neues. Das Unternehmen betont die zukünftigen Auswirkungen von KI auf die Investmentforschung und prognostiziert, dass KI primäre Aufgaben wie das Sortieren von Daten übernehmen und zur Steigerung der Forschungseffizienz eingesetzt werden wird, während die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zur Norm wird.
Brancheninsider sehen in der Verlagerung vom Vertrauen auf „China-Experten“ hin zu Algorithmen ein Zeichen dafür, dass ausländische Großkonzerne ihre KI-gestützte Investmentforschung intensivieren. Dies liegt nicht nur am Branchentrend zur Nutzung von KI, sondern auch an der wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes.
Mehrere globale Investmentgiganten haben sich in ihren jährlichen Ausblickberichten optimistisch über die Gesamtperformance chinesischer Vermögenswerte im Jahr 2026 geäußert und betont, dass die langfristigen Wachstumsaussichten für den chinesischen Technologiesektor weiterhin solide seien.
Zhang Xiaomu, Fondsmanager bei Fidelity, geht davon aus, dass chinesische Wachstumsaktien in den ersten drei Quartalen dieses Jahres eine Outperformance erzielen werden und Sektoren wie KI, Luft- und Raumfahrt, Wirtschaft im bodennahen Luftraum sowie innovative Konsumgüter eine starke Performance zeigen werden.





