Chinesische Autohersteller haben ihr internationales Engagement 2025 weiter ausgebaut und streben nun im neuen Jahr eine noch aktivere Einbindung in lokale Liefer- und Produktionsketten an. Ein markantes Beispiel dafür ist BYD, Chinas führender Hersteller für Neufahrzeuge, der mit seinen vollelektrischen Modellen im vergangenen Jahr zur am schnellsten wachsenden chinesischen Marke in Ecuador aufstieg.
Laut Bloomberg übertraf BYD im vergangenen Jahr Tesla in den beiden größten Elektrofahrzeugmärkten Europas. Im größten europäischen EV-Markt Deutschland verzeichnete das chinesische Unternehmen einen achtfachen Absatzsprung auf 23.306 Fahrzeuge, während Teslas Verkäufe um fast die Hälfte auf 19.390 einbrachen. Auch im Vereinigten Königreich lag BYD vorn.
Das Unternehmen errichtet verstärkt Produktionsstätten im Ausland, um lokale Marktbedürfnisse besser bedienen zu können.
Neben BYD integrieren sich weitere chinesische Marken aktiv in internationale Wertschöpfungsketten. So wird Chery laut Nikkei Asia 2026 sein größtes Werk in Südostasien in Vietnam eröffnen – mit einer Investition von bis zu 800 Millionen US-Dollar und einer Kapazität von 200.000 Fahrzeugen pro Jahr. Li Auto expandierte nach Usbekistan nun auch nach Ägypten, Kasachstan und Aserbaidschan.
„Dank rascher technologischer Fortschritte, attraktiver Preis-Leistungs-Verhältnisse sowie Stärken in Elektrifizierung und Digitalisierung verzeichnen chinesische Hersteller ein dynamisches internationales Wachstum – ein klar erkennbarer Trend“, erläuterte Cui Dongshu, Generalsekretär des chinesischen Automobilverbands CPCA, am Donnerstag.
Die Internationalisierungsstrategie entwickle sich zunehmend vom reinen Export hin zur Einbettung in lokale Industrieökosysteme inklusive Fertigung, Zuliefernetzwerken und Dienstleistungen, betonte Cui. „Dies stärkt nicht nur die langfristige Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Marken, sondern fördert auch industriellen Aufbau, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum in den Partnerländern.“
Laut Nikkei Asia dürften chinesische Hersteller 2025 erstmals die globale Führung im Neuwagenabsatz übernommen und damit japanische Anbieter nach über 20 Jahren auf den zweiten Platz verwiesen haben. Die weltweiten Verkäufe chinesischer Fahrzeuge stiegen 2024 um rund 17 Prozent auf etwa 27 Millionen Einheiten, während japanische Hersteller mit knapp 25 Millionen Einheiten stagnierten. Nachdem China bereits 2023 zum größten Autoexporteur aufgestiegen war, dürfte es 2025 auch die Spitzenposition im Gesamtabsatz einnehmen.
Cui Dongshu führt den internationalen Erfolg auf die Stärke des chinesischen Fertigungssystems zurück: „China verfügt über das weltweit umfassendste und am besten vernetzte Industriesystem. Die Automobilbranche profitiert dabei von den Internationalisierungserfahrungen anderer Industriesektoren.“
Abschließend betonte er: „Chinesische Hersteller bieten internationalen Märkten nicht nur hochwertige, technologieorientierte Produkte zu attraktiven Preisen, sondern setzen auch neue Impulse für lokale Industrieverbesserungen und Konsumupgrades. Sie gestalten die globale Automobillandschaft zunehmend mit.“
(Quelle: german.china.org.cn)





